Gedenkarbeit in der Region
Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Erinnerung an die verschiedene Ereignisse und Personen in unserer Region wach zu halten und der Opfer zu gedenken.
Unsere Gedenkarbeit drückt sich in zahlreichen Veranstaltungen, Projekten und Kooperationen aus, die hier beschrieben sind.
Rieseberg
DGB
Am 4. Juli 1933 wurden in Rieseberg neun Gewerkschafter und ein Student von den Nationalsozialisten ermordet. Grund war der Tod von Gerhard Landmann, einem SS-Mann, der von Männern aus den eigenen Reihen umgebracht wurde. Um dies zu vertuschen, hängten die Nationalsozialisten den Mord Unschuldigen an.
Mit Kranzniederlegungen und Reden gedenken jährlich am 4. Juli der Deutsche Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen gemeinsam mit der Stadt Braunschweig der Opfer. Orte des Gedenkens sind in Braunschweig das Heinrich-Jasper-Denkmal am Fritz-Bauer-Platz und die Gräber der Riesebergopfer auf dem Hauptfriedhof sowie in Rieseberg das Denkmal auf dem Gelände der ehemaligen DGB Jugendbildungsstätte.
4. Juli 2020
Fritz Bauer
Vieles erinnert in Braunschweig an das Wirken von Fritz Bauer in dieser Stadt.
Der Fritz Bauer Freundeskreis möchte sein Andenken in Braunschweig und darüber hinaus fördern.
Die Hinweistafel vor Bauers ehemaligem Wohnhaus auf der Jasperallee 27 ist eher unauffällig. Hier lebte Fritz Bauer während seiner Tätigkeit in Braunschweig von 1951 bis 1956. Im April 1949 wurde er zum Landgerichtsdirektor in Braunschweig berufen, ein Jahr später von der niedersächsischen Regierung zum Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Braunschweig ernannt. Zu Beginn seiner Tätigkeit als Generalstaatsanwalt wohnte er in der Adolfstraße 46.
Mit dem Urteil im Braunschweiger Remer-Prozess erregte Bauer 1952 internationale Aufmerksamkeit: Die Verurteilung von Otto Ernst Remer und die Rehabilitierung der Männer um Stauffenberg waren ein Meilenstein auf dem Weg zur Aufarbeitung des Rechtwesens in Deutschland. Doch nicht nur mit dem Remer-Prozess, sondern auch mit einer sehr eigenwilligen Justitia und einer in Marmor gemeißelten Inschrift an der Generalstaatsanwaltschaft auf dem Fritz-Bauer-Platz am Dom hat der bedeutende Jurist in Braunschweig Spuren hinterlassen.
Der Fritz Bauer Freundeskreis Braunschweig
Nach seinem plötzlichen Tod 1968 geriet Fritz Bauer weitgehend in Vergessenheit. Seit einigen Jahren setzt eine verstärkte Erinnerung an sein Wirken ein. Es ist ein besonderes Anliegen des Fritz Bauer Freundeskreises, das Andenken an Fritz Bauer in Braunschweig und darüber hinaus zu fördern. Darüber hinaus setzt sich der Freundeskreis dafür ein, dass weitere Schriften von Fritz Bauer herausgegeben werden.
Der Fritz Bauer Freundeskreis versteht sich nicht nur als historischer Arbeitskreis, sondern sieht in Fritz Bauers Kampf um des Menschen Rechte einen aktuellen Impuls, der auch heute noch Gültigkeit hat.
Der Fritz Bauer Freundeskreis Braunschweig trifft sich alle zwei Monate im DGB-Haus in der Wilhelmstraße 5 in Braunschweig.
Kontakt: Udo Dittmann
E-Mail: udo.dittmann@fritz.bauer.freundeskreis.de
Mehr Infos unter fritz-bauer-freundeskreis.de
Minna Faßhauer
DGB SON
Minna Faßhauer war durch ihr Engagement für Arbeiterrechte, den Sozialismus und den antifaschistischen Widerstandskampf eine herausragende Persönlichkeit der regionalen Arbeiterbewegung.
Minna Nikolai wurde 1875 in Bleckendorf im Bördekreis Wanzleben geboren. Sie suchte Arbeit als Jugendliche in der aufstrebenden Industriestadt Braunschweig, heiratete 1899 ihren Mann Georg Faßhauer, durch den sie in Verbindung zu den Arbeiterorganisationen kam. Sie arbeitete als Dienstmädchen, Waschfrau, Flaschenspülerin und in einer Konservenfabrik.
Durch Ihren unermüdlichen Einsatz für die Arbeiter- Frauen- und Kinderrechte errang sie ein hohes Ansehen, sodass sie nach der Novemberrevolution vom Rat der Volksbeauftragten am 10. November 1918 zur Volkskommissarin für Volksbildung gewählt wurde. Damit war Minna Faßhauer die erste Frau, die in Deutschland ein Ministeramt bekleidete. In ihrer Amtszeit wurde u. a. die kirchliche Schulaufsicht abgeschafft sowie die Geschlechtertrennung an den Schulen aufgehoben.
Nach 1933 wurde Minna Faßhauer angeklagt, antifaschistische Flugblätter verteilt zu haben. Sie wurde verhaftet und ins Frauen-KZ Moringen verbracht, aus dem sie 1936 schwer krank entlassen wurde. Sie trat nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges der KPD bei und wurde in der politischen Frauenarbeit auch auf Landesebene aktiv. Sie starb 1949 kurz nach einer KPD-Frauenversammlung.
Durch diese Webseite www.minna-fasshauer.de habt Ihr die Möglichkeit, einen detaillierten Blick auf das Leben von Minna Faßhauer werfen zu können.